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Informationen für Existenzgründer


Zu Beginn der Selbständigkeit stellt sich die Entscheidungsfrage PKV oder GKV.


Wer sich selbständig macht hat die Wahl sich entweder gesetzlich oder privat zu versichern.

Im folgenden erhalten Sie für Ihre Entscheidung wichtiges Hintergrundwissen.


GKV


01.01.2009, der Gesundheitsfond startet mit 14,9%. Die Betriebsberatung Nordmeyer,

Betreiber dieser Seite und viele Experten aus dem Sozialversicherungsbereich prognostizieren

einen deutlichen Anstieg dieses Beitragssatzes.


Die Beiträge und Leistungen zwischen der privaten KV und den gesetzlichen Krankenkassen

unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht. Private Versicherer berechnen die Beiträge abhängig vom

Risiko, sowie von der Zahl der zu versichernden Personen. Die Beiträge zu gesetzlichen

Krankenkassen werden prozentual vom Verdienst berechnet. Bei aktuell 14,9% Beitrag für

Selbständige und einem Gewinn von 3.000 EUR pro Monat ergeben sich für dieses

Beispiel 447 EUR monatliche Kosten, zzgl. zu leistender Zuzahlungen im Krankheitsfall.


Die gesetzlichen Krankenkassen(GKV) locken mit ermäßigten Beitragssätzen für viele Gründer.

Bei monatlichen Beträgen von rund 200 Euro sind sie aber öfters sogar mit dem extrem ermäßigten

Beitragssatz teurer als manche private Krankenversicherung. Dieser Beitrag erhöht sich aber

nachträglich, wenn festgestellt wird, dass mehr erwirtschaftet wurde.


Falsche Einkommensangaben gegenüber einer Krankenkasse sollte man unbedingt unterlassen.

Wer gesetzlich versichert ist muss sich darauf einstellen, dass früher oder später eine

Betriebsprüfung durchgeführt wird. Wer nicht sofort zahlt der zahlt nach. Anfänglich niedrigere

Beiträge sind nur eine Anzahlung. Je nach tatsächlichem Verdienst wird der fällige Beitrag

berechnet und nachgefordert. Wer also Tarife der gesetzlichen Krankenkassen mit einem

vergleichbar niedrig leistenden Tarif einer privaten Krankenversicherung vergleichen will

sollte als Grundlage ein realistisches Einkommen ansetzen - nicht den niedrigen Gewinn der

Gründungsphase. Hier ist langfristige Kalkulation gefragt.


Übrigens: Es gibt in der GKV kein Krankentagegeld mehr. Dieses ist immer extra zu versichern.

Krankenkassen Vergleich



PKV


Die PKV ist anders organisiert als die GKV. In der PKV werden Ansparungen gebildet während in

der GKV das Geld der Gesunden und Arbeitenden direkt wieder für die kranken Mitglieder

verbraucht wird. Da unsere Gesellschaft aus immer mehr älteren Menschen bestehen wird, muss die

GKV zwangsläufig teurer werden oder Leistungen streichen / Kosten sparen.


In der privaten Krankenversicherung(PKV) werden feste Beträge gezahlt. Bis auf Beiträge für ein

Krankentagegeld, falls gewünscht, sind die zu zahlenden Beträge vom Einkommen unabhängig.


Bedingung für die Aufnahme ist Gesundheit. Wer etwa Gelenkprobleme hat kann auch von einer

PKV aufgenommen werden nur zahlt er dann in der Regel einen Risikozuschlag. Wichtig sind bei

der Aufnahme der aktuelle Gesundheitszustand und eventuelle gravierende Erkrankungen der

letzen Jahre. Ein Grippe oder ähnliches führt zu keiner Ablehnung und auch zu keinem

Risikozuschlag. Auskurierte schwerwiegendere Erkrankung kann man sich ärztlich als auskuriert

bestätigen lassen und kann somit einen Risikozuschlag verhindern. Selbst Raucher haben keine

Probleme mit der Aufnahme in der PKV. Es kann bei ihnen zwar zu teuren Behandlungskosten

kommen, dafür ist die Lebenserwartung aber geringer. Die Kosten der Entbindung, die höhere

Lebenserwartung, etc. sorgen dafür, dass Frauen höhere Beiträge in der PKV zu zahlen haben.


Die Beiträge für eine PKV incl. Pflegepflichtversicherung und mit besseren Leistungen als in der

GKV sind für einen 25jährigen bei Wahl des richtigen Unternehmens sogar günstiger als der

Einstiegstarif der GKV. Verdient man viel wird die Ersparnis gegenüber der GKV enorm.

Bei einem monatlichen Gewinn von 3.000 Euro zahlt ein Selbständiger ohne Kinder aktuell 14,9%

+ Pflegepflicht = immerhin 514,50 Euro an seine Krankenkasse. Entscheidet sich der 25 jährige

hingegen für einen besseren Tarif einer PKV kann er monatlich mühelos unter einem Beitrag von

200 Euro bleiben. Wer möchte kann durch eine Selbstbeteiligung sogar Beträge von deutlich unter

100 Euro erreichen. Da es sich viele Selbständige eh nicht leisten können krank zu feiern kann es

durchaus Sinn machen mit einer Selbstbeteiligung auf Gesundheit zu setzen. Es sind dann die ersten

Behandlungskosten pro Jahr selbst zu zahlen. Ist die Selbstbeteiligung erreicht zahlt die

Versicherung.


Wer sich im hohen Alter für die Private entscheidet muss mit hohen Beiträgen rechen. Anders als

bei jung eingetretenen Mitgliedern einer PKV sind beim älteren Menschen keine Altersrückstellung

gebildet worden.


Auch sollte man sich, falls die Wahl auf eine PKV fällt, vor Abschluss gründlich informieren - so

attraktiv eine PKV durch bessere Leistungen oder niedrigere Beiträge auch sein kann. Es gibt

Unternehmen am Markt die ihren Privatversicherten im Alter zu hohe Beiträge abverlangen. Um

solch eine Überraschung zu vermeiden sollte man sich nicht auf die Worte irgendwelcher

freundlicher Vertreter verlassen sondern sollte sich bei einem unabhängigen und kompetenten

Versicherungsmaklerunternehmen informieren. Leider ist nicht jeder der sich unabhängig nennt

auch wirklich unabhängig. Es gibt große beratende Unternehmen die nur in sofern unabhängig sind,

als dass sie frei Schnauze(unabhängig) nach der PKV mit den höchsten Provisionen suchen. Namen

solcher Unternehmen werden hier nicht genannt. Stattdessen finden Sie im unteren Teil dieser Seite

einen empfehlenswerten Makler.


Für Personen mit Kindern kann sich die private Versicherung unter Umständen nicht rechnen. Als

Faustformel kann man davon ausgehen, dass 100 Euro pro Kind in der PKV zu zahlen sind während

Kinder in der GKV bereits mitversichert sind. Für Familien mit kleinem Einkommen und vielen

Kindern kann es sinnvoller sein in der GKV zu bleiben und Lücken mit einer privaten

Zusatzversicherung zu schließen. Da die Krankenkassen ihre Lücken als Marktlücke entdeckt haben

arbeiten sie mit bestimmten privaten Versicherungen als Vertragspartner zusammen. Auf diese

Angebote sollte man sich nicht einlassen. Auch hier ist es ratsam einen Makler vergleichen zu lassen.

Ein weiterer Grund für die Mitgliedschaft in der GKV kann bei Verheirateten gegeben sein. In der

PKV muss auch ein zusätzlicher Beitrag für die nicht erwerbstätige Partnerin(oder den Partner)

gezahlt werden. Besteht allerdings ein Ehegattenarbeitsvertrag durch den sich beispielsweise die

Ehefrau im Betrieb des Mannes etwas verdient dann ist in diesem Beispiel die Ehefrau über die

GKV abgesichert. Hierfür reicht selbst ein Arbeitsverhältnis bei dem monatlich nur 450 Euro Brutto

erarbeitet werden. Bei den Jobs bis 400 Euro greift dieses Prinzip nicht. Um einigermaßen für

Gleichheit zu sorgen kann dann noch eine private Zusatzversicherung abgeschlossen werden. Auch

hierbei lohnt sich der Vergleich, entweder mit einer Empfehlung dieser Seite oder mittels

Suchmaschine.



Weitere Unterschiede


Der Großteil der Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen sind gleich. Private Versicherungen

warten dagegen mit einer Fülle von Möglichkeiten auf, bei denen beispielsweise 1 oder 2-

Bett-Zimmer, Chefarztbehandlung, Heilpraktikerbehandlungen und vieles mehr versichert werden

können. Extras müssen aber natürlich über den Beitrag bezahlt werden.


Besonders ärgerlich ist im Bereich der GKV die Tatsache das Ärzte quartalsweise ein Budget

erhalten. Wenn dieses überschritten ist können die Ärzte zwar noch weiter verschreiben. Der Arzt

darf das dann allerdings aus eigener Tasche zahlen.


Für praktisch alles muss eine Zuzahlung geleistet werden (Krankenhaus: 10 Euro pro Tag,

Praxisgebühr: 10 Euro, Medikamente, Heil und Hilfsmittel, ...).

Keine Erstattungen leistet die GKV z.B. für Inlays, Brillen, Kontaktlinsen, Krankentransporte zu

einer Spezialklinik(Ersteinweisung findet im "nächstgelegenen geeigneten" Krankenhaus statt),

Krankenrücktransport aus dem Ausland etc..


Privatversicherte Personen bringen Ärzten und Krankenhäusern mehr Geld ein. Das führt oft dazu,

dass Privatpatienten schneller behandelt werden.


Man muss sich nach der Entstehung des Gesundheitsfonds 2009 aber eines eingestehen:

Über die Beitragshöhe können gesetzliche Krankenversicherung sich nicht mehr unterscheiden.

Es werden daher mickrige Bonbons wie z.B. eine Impfung gratis oder eine kostenlose

Vorsorgeuntersuchung angeboten um Versicherte zu werben. Die winzigen Unterschiede der

Leistungen sind innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherungen somit etwas größer geworden.




Wechsel GKV-PKV PKV-GKV


Zu Beginn Ihrer Selbständigkeit sind Sie nicht automatisch versichert. Sie können gegenüber der

GKV erklären, dass Sie Mitglied bleiben möchten oder Sie beantragen eine private Versicherung.

Wer sich zu Beginn einer Selbständigkeit nicht sofort entscheiden will kann bis zu 3 Monate lang

praktisch noch auf dem Weg zum Krankenhaus seine Mitgliedschaft in der GKV erklären

(bei vorhandenen 12 Monaten Vorversicherungszeit). Das spart allerdings keine Beiträge. Diese

müssen dann einfach nachgezahlt werden.


Bis zum 55. Lebensjahr kann wieder in die GKV gewechselt werden. Danach ist dies

ausgeschlossen. Bei jedem Wechsel zwischen GKV, PKV und umgekehrt sind Kündigungsfristen

einzuhalten. Wer genauere Informationen hierzu wünscht bekommt bei Maklern eine brauchbare

Hilfe.





Weitere Informationen zum Thema PKV, Online Vergleich, Testergebnisse etc. finden Sie hier.





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